Warum soll man immer in die Ferne schweifen, wenn man eine schöne Auszeit auch daheim verbringen kann? Wir haben unsere kurze Auszeit genutzt, ein kleines Stück Heimat zu erleben und haben die Vogtsbauernhöfe besucht.

Urlaub daheim ist in aller Munde. Ein großer Teil der deutschen Bevölkerung favorisiert, den Jahresurlaub in Deutschland zu verbringen. Da ich das Glück habe, direkt in einer sehr beliebten Ferienregion Deutschlands zu wohnen, möchte ich dir schöne Ecken von meinem Schwarzwald vorstellen.

Urlaub daheim im Schwarzwald - Vogtsbauernhöfe

Ich hatte diese Serie letztes Jahr schon begonnen, doch über den Herbst und Winter, ja sogar den Frühling habe ich es arg vernachlässigt, dir die Heimat näher zu bringen. Auch in deiner eigenen Region findest du sicherlich wunderbare Plätze, neu aufzutanken und/oder Neues zu lernen.

Wir besuchen eigentlich oft schöne und interessante Plätze in der Schwarzwald-Region, aber irgendwie vergesse ich dann, darüber zu berichten. Nun fange ich endlich wieder an, von unseren Schwarzwald-Entdeckungstouren zu berichten. Das wird nicht regelmäßig passieren, doch ab und an poppt neben Food und Ibiza auch endlich wieder der Schwarzwald auf! Sei gespannt.

Wir, der Mann der Casa und der Minimann, sind an einem freien Tag endlich einmal in die Vogsbauernhöfe in Gutach (Schwarzwaldbahn) gefahren. Von diesem schönen Erlebnis möchte ich dir nun berichten.

Ganz bestimmt möchtest du danach auch diesen besonderen Ort besuchen.

Die Vogtsbauernhöfe in Gutach

Von unserem kleinen Örtchen im Südschwarzwald machten wir uns auf in den Ort Gutach im Ortenaukreis, zu fahren. Ich wohne nun schon 8 Jahre im Schwarzwald und habe die Vogtsbauernhöfe noch nie besucht. Dabei ist es wirklich kein Insider-Ausflugsziel. Etwa 220.000 Besucher jährlich hat das älteste Freilichtmuseum Baden-Württembergs.

Das 1963 eröffnete Museum stellt das Leben, Wohnen und Arbeiten der Menschen im schwer zugänglichen Schwarzwald in den letzten Jahrhunderten dar.

Angekommen am geräumigen Parkplatz hieß es erst einmal Parkticket lösen. Aber ok, ein Großteil der Parkgebühr wird mit dem Eintrittspreis des Freilichtmuseums verrechnet. Vom Parkplatz aus läuft man einige Meter zum Park. Ein recht neu erbauter Gebäudekomplex empfängt die Besucher aus aller Welt. So bemerkte ich gleich, genau wie am Titisee, Schwaren von asiatischen Reisegruppen, Amerikaner, spanisch sprechende Damen und Herren. Ein buntes Gemisch, wollte genau wie wir, den Park besuchen.

Die Eintrittskarte war gelöst und los ging es. Man steht mitten auf einem riesigen Areal, der wunderschön bewachsen ist. Nicht gepflanzt, bewachsen. Es sieht alles sehr gepflegt aus und man fühlt sich, als wäre man gerade mitten in einer Postkarte vom Schwarzwald.

Wir sind einfach nach Lust und Laune durch das Freilichtmuseum gelaufen. Es gibt auch geführte Touren in mehreren Sprachen. Du kannst dir auch ein Headset nehmen und ,ferngesteuert‘ den Park entdecken, oder du nimmst dir den Parkplan und läufst so auf eigener Faust durch das Museum. Mit dem kleinen Mann dabei, sind wir ihm gefolgt und wie die Familie der Casa manchmal gerne ist, planlos durch das Museum.

Ich war von Anfang an total angetan von dem was ich gesehen habe. Die verschiedenen Schwarzwaldhäuser der verschiedenen Epochen und der verschiedenen Regionen vom schwarzen Wald haben mich gleich fasziniert. Seit der Gründung dieses Freilichtmuseums durch Hermann Schilli wurden nämlich die Häuser welche dort stehen von ihren ursprünglichen Standorten auf das Gebiet der Vogtsbauernhöfe versetzt. Es sind alles alte Originale, abgebaut und dort wieder aufgebaut!

Die Schwarzwald-Häuser Ich sag es dir. Es sind riesige Häuser und doch so beengt und dunkel! Meist haben die Häuser die Ställe direkt im Haus und den Speicher für Getreide oben im Dach. Darum sind die Dächer auch so geräumig.

Auf dem Hof stehen verschiedene Schwarzwald-Häuser, deren Geschichte immer detailliert beschrieben wird.  Damit du dir das Leben und Arbeiten von damals noch besser vorstellen kann ist das große Areal durch Sägewerke, Backhäuser, Mühlen ergänzt worden. Auf dem Gelände leben zudem Bauernhoftiere alter Rassen. Es gibt Gärten und Lehrpfade, Getreidefelder.

Mich haben auch die Kräuterlehrpfade und Getreidefelder fasziniert. Gerade für Kinder ist das echt ein Erlebnis. Dort kannst du auf kleinem Raum sämtliche Getreide- und Gemüsesorten kennenlernen. Auch ältere, nicht mehr so geläufige Sorten werden dort angebaut und beschrieben. Ich war richtig erstaunt, was es alles so gibt neben den geläufigen Sorten Roggen, Weizen, Gerste und Co.

Wenn du dort mit deiner Familie langschlenderst kommst du auch in verschiedene Mitmachwerkstätten in denen du oder dein Kind kleine Musikinstrumente herstellen kannst. Es werden Körbe geflochen und man sieht wie damals gekocht und gebacken wurde. Die verschiedenen Sägen werden vorgeführt. Diese Attraktionen variieren täglich uns es gibt auch direkt Themen- und Aktionstage.

Ich hätte stundenlang dort herumstöbern und lesen, entdecken können! Recht neu ist auch ein Schwarzwaldhaus, welches das Leben in den 1980ern vorstellt. Für Kids etwas ganz Neues, für meine Generation ein totaler Aha-Effekt mit ,weißt du noch und schau‘ mal, kennst du nicht, hattest du auch, oder?‘

Unser Alemannisch

Als ich in den Schwarzwald zog habe ich hier schier nichts verstanden, was die Menschen so gesprochen haben. Hier in der Region herrscht ein Mix aus allem. Hochdeutsch ist aber eher nicht anzutreffen. Im Museum habe ich eine Box gefunden, wo man Alemannische Worte lernen kann und hier gab es für mich auch wieder so Aha-Erlebnisse. Viele Worte waren mir jetzt schon geläufig seit ich hier lebe. Aber doch waren sie noch anders. Und hier habe ich den Ursprung der Worte gefunden. Ich liebe so etwas. Am liebsten hätte ich jede Worttafel einzeln abfotografiert.

 

Gastronomie im Museum

Klar irgendwann kommt der kleine Hunger. Du kannst dir gerne dein Picknick mit in den Park nehmen und dort auf den Bänken gemütlich Mitgebrachtes verspeisen.

Wir hatten wie immer planlos nicht wirklich etwas dabei. Bei unserem Minimann weiß man auch nicht vorneweg, ob er nur durch das Museum durchrennt, oder ob es ihn fesselt. Hier war es so, dass sich der 4jährige richtiggehend interessiert und er auch nachfragt.

So waren wir etliche Stunden im Freilichtmuseum und der Hunger übermannte uns.

Im Park gibt es ein Restaurant und einen Imbiss. Wir haben zuerst das Restaurant entdeckt und gingen zielstrebig drauf zu, weil es auch wirklich attraktiv hergerichtet war. Es sah einladend aus und die Karte versprach viel lokale Küche. Das gefiel mir.

Doch leider wurden wir sehr enttäuscht. Es war laut in dem Lokal, okay viele Touristen und Kinder, ist ja nicht so schlimm. Schlimmer waren aber dann doch die Bedienung, der Service im allgemeinen, die Sauberkeit und die Speisen.

Die nett gestaltetet Karte versprach wirklich viel Interessantes und die Preise waren mittelmäßig hoch. Für einen Kinderteller hausgemachte Spätzle wurden 5,50 Euro verlangt. 5,50 Euro für Spätzle ist schon arg viel. Für Hausgemacht kann man es noch vertragen. Wenn man dann aber Convenience-Spätzle aus dem Kühlregal bekommt ist das frech. Die bietet sonst jedes Lokal im Schwarzwald für so 3,50 Euro bis 4,00 Euro an.

Ich bestellte mir Schwarzwälder Grillwürste mit Speck und Röstzwiebeln an Kartoffelsalat mit Salatteller, dazu sollte es frisches Ofenbrot geben. Das kam knapp 16 Euro.

Zuerst kam der Salatteller. Nicht schön angerichtet und mäßig groß. Ich fand das als Beilagensalat vollkommen okay. Den Salat aß ich auf, danach kam die Grillwurst. Ein riesiger Teller mit zwei Würsten drauf, die eher roh wie gegrillt aussahen. Darüber etwas Speck gebröselt und es gab Zwiebeln, die aber nicht geröstet knusprig waren, sondern einfach nur einmal durchs Öl gezogen waren. Und wo war mein Kartoffelsalat? Ooops ja genau, im Beilagensalat waren auf dem Teller etwa zwei Esslöffel Kartoffelsalat. Das war wohl der von den Grillwürsten. Ganz fies fand ich jedoch den Teller und das Besteck an sich. Die waren wirklich eklig schmutzig. Der ganze Tellerrand war fettbefleckt und mit Fingertappsen versehen. Das Besteck klebrig.

Keine Ahnung warum ich das nicht habe zurück gehen lassen. Wohl, weil mir die Bedienung auch zu genervt vorkam. Mir verging schier das Essen. Eine halbe Wurst habe ich gegessen und danach war ich fertig. Das Ofenbrot, welches dazu gehörte mussten wir extra ordern. Das wurde einfach ,vergessen‘.

Während unserer Warte- und Speisezeit beobachtete ich eine Familie am Nachbartisch. Dort bekam jeder sein Essen einzeln. War der eine fertig, kam erst das nächste Gericht. Service und ordentliche Gastronomie ist bei mir etwas anderes!

Leider bemerke ich im Schwarzwald oft solche Lokalitäten. So schlimm wie hier hatte ich es jedoch noch nicht. Aber Preis-Leistung steht bei vielen Restaurants in den Touristenorten meist ganz weit unten auf der Liste. Schade! Wahrscheinlich wird hier nacht dem Motto gearbeitet: ist ja nur ein Tourist, der niemals wieder kommt. Nein ganz bestimmt kommt der niemals wieder!

Über den Kiosk auf den Höfen kann ich nichts berichten. Ich schätze aber, dass man mit einer Bratwurst auf die Hand wohl viel besser bedient gewesen wäre.

So kommst du zu den Höfen

Mit dem Auto fährst du ab Villingen-Schwenningen (oder aus der anderen Richtung von Offenburg kommend) auf der B33. Der Hof liegt zwischen Hausach und Gutach. Der Vogtsbauernhof hat eine eigene Bahnhaltestelle. Kaufe dein Bahnticket und fahre direkt bis 77793 Gutach (Schwarzwaldbahn).

Andere Ausflugtipps zum Schwarzwald findest du auf meinem Blog. Mit Kindern macht es wahnsinnig Spaß, den Wichtelpfad am Feldberg zu besuchen. Gehst du gerne wandern und magst die Natur erkunden, dann sind die Schluchten genau das Richtige für dich. Mache eine Tour durch die Wutachschlucht!

Signatur Casa Selvanegra Blog

 

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6 Kommentare zu „Mach‘ mal Urlaub daheim – Besuch der Vogtsbauernhöfe

  1. Ich hätte an deiner Stelle, das Essen zurück gehen lassen, auf keinen Fall hätte ich für den Fraß 16 Euro bezahlt. Das ist Abzockerei und Unverschämt.
    Was deine Beschreibung über den Park betrifft, war der sehr interessant in Informativ. Danke.
    Wir habe hier in Hessen auch so einen Park, den Hessenpark, vielleicht hast du schon mal davon gehört.
    Vor zwei Jahren war ich auch das erste Mal dort und es hat mir sehr gut gefallen.
    Liebe Grüße von Roswitha

    https://www.hessenpark.de/

    Gefällt 1 Person

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