Kürbissuppe hier, Kartoffelbrei mit Kürbis dort, Kaffeehäuser bieten Pumpkin Spice Latte an. Man kommt nicht daran vorbei sobald es Herbst wird. Aber warum macht man neuerdings wieder so einen Hype um den Kürbis? 

Ich oute mich hier als Kürbisgegener. Versteht mich nicht falsch! Kürbisse sind dekorativ auf ihre Art und Weise, aber als Gemüse geht er für mich gar nicht.

Noch vor einigen Jahren hat niemand einen Kürbis angefasst oder angeguckt und nun scheint es das überbewertetste Gemüse überhaupt zu sein. Scrollt man die Foodblogs durch, so gibt es derzeit fast ausschließlich Gerichte mit Kürbis. Einige Blogger posten tagelang immer ein anderes Gericht mit Kürbis. Mir macht es gerade überhaupt keine Freude, im Netz Seiten zu lesen. Pinterest ist voll. Kürbis hier, Kürbis da! Auch diverse Zeitschriften haben immer mindestens ein Kürbisgericht dabei.

Auch im Herbst geht es los, dass Kaffeehäuser ihren Pumpkin Spice Latte anbieten. Schmeckt das wirklich, oder trinkt man das nur, weil Kürbis im Herbst IN ist? Ich meine, seid doch mal ehrlich! In so einem Latte ist ja nicht mal irgendetwas vom Kürbis drin. Es ist nur ein Aroma versetzt mit viel Zucker.

Kürbis, Hype, Trend, Kürbissuppe
Ich kann mit diesem Gemüse nichts anfangen. 

Vor mehr als 10 Jahren aß man ihn hier kaum. Ich kaufte mal einen, denn das gerade aufflammende Halloween-Fieber hatte mich ein wenig (wenn auch sehr kurzzeitig) angesteckt. So habe ich ihn ausgehöhlt und vom Fruchtfleisch eine Suppe gekocht. Leute: ich muss nicht erwähnen, dass ein Kürbis stinkt oder? Ich hatte echt Mühe mit dem Teil. Riesengroß, unhandlich und fast nur mit Macheten zu öffnen. Das macht doch keinen Spaß! Jedenfalls wurde mir beim Aushöhlen regelrecht übel. Geruch und Konsistenz vom Fruchtfleisch sind nicht gerade attraktiv.

Auch die davon gekochte Suppe ließ mich nicht freundlicher stimmen. Geschmack: wenn überhaupt vorhanden dann irgendwie muffig und erdig. Es geht nur mit einer gehörigen Ladung Gewürze. Und wenn nicht gut püriert, dann hat man diese Fasern in der Suppe, die dann so schön zwischen den Zähnen hängen.

Ich habe es jedenfalls gelassen mit der Frucht. 

Und nun kommt dieser Hype um das Ding. 

Letztes Jahr, ja ich bin anfällig, wurde ich durch Instagram angesteckt und ich kaufte dann doch mal einen Minihokkaido. Schale soll man ja mitessen können. So so. Jedenfalls erhoffte ich mir nun endlich den Geschmackskick, den förmlich jeder auf sämtlichen Social Media Plattformen anprieß. 

Der Kürbis wurde geteilt und fein mit anderem Gemüse zusammen als Backofen-Gemüse geröstet. Sah schön aus! Roch komisch. Schmeckte nicht. Ich dachte ja, dass nur ich ein Problem mit dem Kürbis habe, aber Mann und Kind könnte ich auch nicht dafür erwärmen.

Hokkaido, Kürbis, Backofen Rezept
Stelle ich nur mich doof an mit dem Kürbis? 

Vor zwei Wochen habe ich mich überwunden und dem Kind zuliebe mal wieder einen ausgehöhlt, um wenigstens eine kleine Halloween-Deko zu haben. Er war halloweentechnisch vom Kindergarten angesteckt. Hach, das war kein schönes Erlebnis! 

Superscharfes Messer, Duftstecker und Einmalhandschuhe lagen bereit, um das Ding zu Köpfen damit er seine Fratze bekommt. Ja nur mit Handschuhen kann ich da ran und der Duftstecker in der Steckdose gleich an der Arbeitsplatte hält mir ein wenig über die nahende Übelkeit hervorgerufen vom Geruch dieser Frucht. Hola! 

Schaut mal, auch die liebe Anja vom Blog Castlemaker hat Kürbisgerichte. Vielleicht schmeckt das ja sogar. Probiert doch mal ihre Variante! 

Warum esst ihr Kürbis? Versteht ihr diesen Hype oder ist er vollkommen gerechtfertigt?


Bildquellen: Pixabay


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19 Kommentare zu „Warum dieser Kürbis-Hype?

  1. Ich mochte bis vor 2 Jahren auch keinen Kürbis. Dann habe ich bei einer kleinen Ausstellung auf einem Bauernhof eine tolle Kürbissuppe gegessen. Nach dem Rezept gibt es bei uns nun mindestens ein- bis zweimal im Herbst Kürbissuppe. Wir nehmen allerdings den normalen Hokkaido. Der ist süss und schmeckt uns ganz gut. Von dem Rest gibt es dann leckeren Kuchen
    Wir hatten auch schon mal den Butternut- Kürbis aber da hat mich der Geschmack nicht ganz so überzeugt.
    Mach Dir also keine Gedanken – wenn Du Kürbis nicht magst, dann lass ihn weg. Man muss ja nicht jeden Trend mitmachen 🙂
    LbG Isi

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  2. Hallo und guten Morgen…..
    ….ich bin da absolut deiner Meinung. Ich kann mit den Teilen auch nicht wirklich etwas anfangen. Gott sei dank sind meine Mädels aus dem Alter raus, so das mir das lästige aushöhlen des Kürbis erspart bleibt 😉

    LG und ein schönes Wochenende

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  3. Also ich habe Horrorerinnerungen an Kürbis-Süß-Sauer aus meiner Kindheit. Das war wirklich furchtbar. Ansonsten ist er mir auch nicht oft begegnet. Allerdings mögen vier von fünf bei uns die Kürbissuppe sehr gerne und auch gebraten oder gut gewürzt als Backgemüse. Wir benutzen ausschließlich Hokkaido. Besonders gefällt mir am Kürbis, dass er sich gut im kalten Keller lagern lässt. Aber der Hype um Kürbis ist mir auch fremd. Ist halt einfach nur ein Teil unserer Nahrungspalette.

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  4. Liebe Sina, du sprichst mir aus der Seele!
    Ich selbst habe erst einmal Kürbis probiert, war aber auch nicht unbedingt begeistert. Dass jetzt plötzlich alle den Kürbis feiern und toll finden, ist mir also auch ein Rätsel 😀 Es scheint, als gäbe es nichts, was man nicht mit Kürbis verfeinern könnte. Kürbiskuchen, Pasta mit Kürbis und wie du schon erwähnt hast: Pumpkin Spice Latte … Finde aber auch, dass man nicht jeden Trend mitmachen muss 😉 Nächstes oder spätestens übernächtes Jahr gibt es bestimmt ein neues In-Gemüse 🙂
    Liebe Grüße, Kerstin

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  5. So ganz neu ist der ‚Hype‘ eher nicht, ich kann mich erinnern, dass ich als Kind ewig um die Gläser mit Kürbis süß-sauer herumgeschlichen bin, das abartig fand und wir die Konserven irgendwann nach vermutlich einigen Jahren erleichtert entsorgt haben. Damals benutzte man den Gartenkürbis, der, den man heute noch zum Schnitzen nimmt.
    Ich halte diese Sorte ausserhalb von Hungerzeiten für den menschlichen Gebrauch nicht nutzbar. Ich kann aber versichern, dass man damals die anderen Kürbissorten mit Kusshand genommen hätte, hätte man sie schon gekannt – hierzulande. Hingegen sind Hokkaidos, Butternuts und die Muskatkürbisse damit nicht im geringsten zu vergleichen! Das wäre ja, als wollte man Futtermais mit Zuckermais vergleichen. 🙂

    Die leckeren Speisekürbisse mit dem süßlichen, runden Geschmack sind also eine andere Liga aber sicher kann man auch die mit Kunstdünger, den Rückständen aus der Biogasanlage oder Jauche so düngen, dass er ’stinkt‘ und ekelhaft schmeckt. Das sind übrigens keine Phantasiegespinste sondern das ist das, was ein Kürbisbauer mir erzählt hat auf die Frage, womit der düngt. 😉

    Für den Selbstversorger sind Kürbisse klasse weil man sich so bis in das Frühjahr hinein mit frischem Gemüse versorgen kann.

    Und wer Kürbissen dann immer noch nichts abgewinnen kann, der lässt es eben. Es gibt ja genug andere amerikanische Gemüsesorten, auf die wir nicht mehr verzichten wollen: Kartoffeln, Bohnen, Mais, Tomaten …

    😉

    LG Oli aus dem Selbstversorgergarten

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  6. Liebe Sina, ich gebe Dir Recht. Es ist zuviel Kürbis. Man kann mal etwas mit Kürbis kochen, aber diese Flut/Überflutung mit Kürbis-Gerichten, -Getränken -Kuchen und was- weiß-ich-noch-alles ist mir einfach zuviel. Das kommt daher, dass viele Leute nicht mehr selbst denken. Sie überlassen das Denken anderen und steigen auf sogenannte Hypes ein. Schade eigentlich. Denn, wenn man sich fürs Kochen & Backen begeistert sollte man mit dem Können was man mit der Zeit so angesammelt hat und mit viel Fantasie selbst etwas kreieren. LG Hartmut

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  7. Wunderschöne Bilder! Ich muss sagen, die machen mir noch mehr Lust auf Kürbis : ) Den Hype kann ich auch nicht nachvollziehen und gerade ein Pumpkin Spice Latte weckt bei mir überhaupt keine Lust es zu probieren. Aber eine leckere Kürbissuppe oder Kürbismuffins kann ich nur Wärmstens empfehlen, sehr lecker & gesund. Aber es gibt ja auch zum gehypten Hokkaido-Kürbis Alternativen. In Südafrika ißt man z.B. viel Butternut-Kürbis, der viel weicher ist und zarter im Geschmack wie ich finde. Einen lieben Gruß.
    Antje

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  8. Hallo Sina, ich komme aus einer Gegend (südliches Burgenland/Österreich) in der wir mit Kürbis aufwachsen. Kürbiskernöl ist dir sicher ein Begriff. Und wer die Kerne haben möchte, hat auch genügend Fruchtfleisch herumliegen. In meiner Kindheit gab es deshalb in der Kürbiszeit immer ein sehr traditionelles Kürbisgericht (in unserer Mundart „Kiarbisruabn“ … echt urlecker und dazu gab es immer den „Krumbiannigl“ oder Schweinsbraten. Heute verwende ich auch die verschiedensten Kürbisse in meiner Küche. Lg

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  9. Also ich mochte Kürbis schon immer und bei uns gab es ihn auch schon immer wenn er Saison hatte, schon als ich ein Kind war und das ist nun immerhin 3 Jahrzehnte her. Diese Flut an Kürbisgerichten z.zt. im Internet wird dann bald von etwas anderem abgelöst, das hat seinen Ursprung nicht im Kürbis sondern ist nun mal so im Netz. Mit jeder neuen Jahreszeit kommt eine neue Lieblingszutat die alle „tot kochen“.
    Das in Kaffee Flavour nur Zucker und Aroma steckt ist ebenfalls eine allgemeine gültige Sache und nicht dem Kürbis anzurechnen.
    Der Kürbis ist weit besser und leckerer als Du ihn persönlich empfindest 😉
    Schon meine Oma hat Gläserweise Kürbis eingelegt im Winter, er ist kein HYPE sondern Tradition. Und die hat überhaupt nichts mit Halloween zu tun bei uns.
    LG
    Stephanie http://www.plantifulskies.com

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  10. Also ich muss sagen ich mag Kürbis wirklich gerne. Ich denke es ist wie mit Spargel in wenigen Monaten macht man unglaublich viel damit und hat danach einen Überdruss bis zum nächsten Jahr. Aber ich denke mal Kürbis ist Geschmackssache, bis vor ein paar Jahren gab es bei mir immer nur Kürbissuppe. Aber inzwischen kenne ich einige Rezepte, die mir echt gut schmecken. Trotzdem kann ich dich verstehen, es ist im Moment echt schon eine Überflutung an Kürbisgerichten 🙂

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  11. Tja, Geschmäcker sind schließlich verschieden 😉 Ich finde Bananen absolut abscheulich! Den Hype finde ich auch nicht so toll. Bei meinen 2 oder 3 Kürbisgerichten dieses Jahr hatte ich jedes Mal ein schlechtes Gewissen, meinen Lesern auch nur das zu bieten, was sie schon auf zig anderen Blogs gefunden haben. Aber ich muss sagen – ich esse es wirklich wirklich gerne! Ich brauche nicht mal eine besondere Zubereitung. Wenn ich den Kürbis im Ofen weich werden lasse um anschließend Kürbissuppe zu machen, muss ich mich immer schon zusammen reißen, den ganzen Kürbis nicht schon zu essen, wenn er gerade aus dem Ofen kommt – Ungewürzt und ohne sonst was! Vielleicht findest du ja irgendwann doch noch Geschmack daran 😉 Liebe Grüße!

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    1. Danke für deinen Kommentar. Ja klar die Geschmäcker sind verschieden. Aber niemand hyped zB den Rosenkohl oder Wirsing! Da kommt alles wohl dosiert an. Ich esse auch keine Beeren (würg – evtl esse ich mal Heidelbeere und wenn ich Sachen mit Beeren poste, dann habe ich die nicht gegessen). Aber auch wenn gerade Beerenzeit ist, dann nervt es nicht so wie beim Kürbis. Ich glaube nach dem Kürbis folgt der Spargel im Frühjahr mit Nervfaktor. Aber das kenne ich von klein auf nur so. Da hat es nicht plötzlich bäääääm gemacht und überall gab es Spargel LG Sina

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      1. Ja, ich finde es wird unter Foodbloggern grundsätzlich recht viel gehyped.. Und sei dir mit dem Rosenkohl mal nicht so sicher – bei mir sind nächste Woche zwei Rezepte geplant 😉 Aber ich gebe dir recht – Kürbis ist irgendwie besonders extrem…

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  12. Also ich kenne Kürbis schon als Kind, als Ofengemüse. Richtig wieder „auf den Geschmack gekommen“ bin ich durch ein Rezept für eine Kürbis-Orangensuppe, das ich vor bestimmt 7/8 Jahren entdeckte. Dieses Jahr war aber tatsächlich ein gewisser Trend und Hype erkennbar. Muss aber gestehen, dass ich mich dem auch nicht ganz entziehen konnte. ☺️😉! LG, Georgie

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  13. Früher mochte ich Kürbis auch nicht. Dann hatte ich irgendwo mal eine Kürbissuppe gegessen. Tja, und das war’s. Seitdem habe ich so einige Kürbisrezepte ausprobiert und auch verbloggt und ich oute mich als Kürbisliebhaber 😉 Das mit dem Hype empfinde ich gar nicht so schlimm, da gibts andere Foodtrends, die mich mehr stören. Low Carb, Matcha und Spargel zum Beispiel. Low Carb ist an sich total okay, aber der Hype darum nervt. Genauso Matcha. In jedes Plätzchen und jeden Kuche muss jetzt dieser Tee rein. Kurzum: ich glaube Food Hypes gibt es immer wieder und sie nerven am meisten, wenn man das, was gehypt wird, nicht mag 😊 Bald gibt’s keinen Kürbis mehr, sondern nur noch Plätzchen, Stollen und Weihnachtsmenüs – relax 😊

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  14. Ich liebe Kürbis – in jeder Form. Meistens mache ich Suppe, aber ich überbacke ihn auch im Ofenf, er kommt in Gemüsecurrys und ich hab auch schon Kürbis-Apfel-Marmelade gemacht. Das war allerdings auch schon vor dem großen Hype so und wird sicher auch danach so bleiben :-).

    Liebe Grüße
    Birgit

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